Jahresplanung 2027: Jetzt Prioritäten setzen

Österreichs Unternehmen planen gerade das Jahr 2027, und viele tun es, wie sie es immer getan haben: Sie schreiben das Vorjahr fort. Das ist die riskanteste Variante. 2025 haben laut KSV1870 6.810 Unternehmen Insolvenz angemeldet, 78 % der Betriebe spüren laut WKÖ-Fachkräfteradar den Fachkräftemangel, und KI verändert die Wettbewerbsverhältnisse schneller, als Organisationen folgen können. Wer jetzt Prioritäten setzt, verteilt Budgets und Personal anders als jemand, der erst im Februar feststellt, dass das Tagesgeschäft wieder gewonnen hat.

Wirtschaftlicher Druck trifft auf knappe Fachkräfte

Die Insolvenzzahlen zeigen, wie lange die Schwächephase schon andauert. Laut KSV1870 mussten 2025 in Österreich 6.810 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind 19 pro Tag und rund 27 % mehr als 2023 mit 5.380 Fällen. Für 2026 rechnet der KSV mit einem ähnlichen Niveau. Bemerkenswert ist weniger die Spitze als die Breite: Zwei Drittel der befragten Betriebe berichten von rückläufigen oder stagnierenden Umsätzen. Der Anteil der Unternehmen in den beiden besten Bonitätsklassen ist seit 2019 von 15,4 % auf knapp 12,6 % gesunken. Der KSV beschreibt das als schleichendes Abgleiten ins Mittelmaß.

Dazu kommt der Arbeitsmarkt. Das Fachkräfteradar 2026 der WKÖ, für das im April 2026 insgesamt 2.132 Unternehmen befragt wurden, zeigt: 78 % der Betriebe sind vom Fachkräftemangel betroffen, rund 155.000 Fachkräftestellen sind offen. Die Folgen sind nach Angaben der Betriebe messbar: 56 % berichten von Umsatzeinbußen, 48 % von eingeschränkter Innovationsfähigkeit.

Daraus folgt eine unbequeme Rechnung. Wenn Umsätze stagnieren, Personal knapp bleibt und das Kostenniveau hoch ist, lässt sich nicht mehr überall ein bisschen verbessern. Es muss entschieden werden, wo Ressourcen hinfließen und wo nicht. Das ist die Kernaufgabe von Strategie, und sie gehört der Geschäftsführung, nicht dem Tagesgeschäft.

KI ist eine Führungsentscheidung

Für den Mittelstand heißt das: Die Frage ist nicht, ob KI kommt, sondern ob die Geschäftsführung entscheidet, wo sie wirken soll, bevor Pilotprojekte ohne Richtung Ressourcen binden.

KI-Einsatz allein schafft noch keinen Vorsprung

Österreich liegt beim KI-Einsatz im EU-Spitzenfeld. Doch die Statistik zeigt zugleich, wie viele Unternehmen sich noch gar nicht damit befasst haben: 77 % der österreichischen Unternehmen ohne KI-Einsatz haben solche Technologien laut Statistik Austria noch gar nicht in Erwägung gezogen.

Der Einsatz allein schafft allerdings noch keinen Vorsprung. BCG hat 2025 rund 1.250 Führungskräfte weltweit befragt: Nur 5 % der Unternehmen erzielen mit KI Wert in großem Maßstab, 60 % berichten trotz erheblicher Investitionen kaum messbare Effekte. Die 5 % erreichen ein 1,7-mal so hohes Umsatzwachstum und eine 1,6-mal so hohe EBIT-Marge wie diese 60 %. BCG weist selbst darauf hin, dass es sich um Selbstauskünfte handelt und die Unternehmensleistung weitere Treiber hat.

Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern in der Führung: Praktisch alle dieser Vorreiter haben eine eng eingebundene Geschäftsleitung, bei den Nachzüglern sind es 8 %.

Das Vorjahresbudget darf nicht die Strategie bestimmen

Budgetplanung folgt Gewohnheit. McKinsey hat die Kapitalzuteilung von 1.616 börsennotierten US-Unternehmen mit mehreren Geschäftsfeldern über 15 Jahre untersucht: Bei einem Drittel der Geschäftsbereiche entsprach die Zuteilung nahezu exakt der des Vorjahres. Das Drittel der Unternehmen, das am stärksten umschichtete, erzielte im Schnitt 30 % höhere jährliche Aktionärsrenditen als das untere Drittel und entging mit einer um 13 % höheren Wahrscheinlichkeit einer Übernahme oder Insolvenz.

Der Befund stammt von großen US-Konzernen aus dem Zeitraum 1990 bis 2005 und lässt sich nicht eins zu eins auf den Mittelstand übertragen. Außerdem zeigte sich der Vorteil erst über mehr als drei Jahre. Der Mechanismus gilt dennoch allgemein: Das Budget des Vorjahres wird zum Anker der Planung, und wer weniger erhält als zuvor, gilt als geschwächt. Wer diesen Anker lösen will, braucht vor der Planung ein Zielbild, an dem sich Zuteilungen messen lassen.

1. Der Kalender

Zwischen Oktober und Dezember werden in den meisten Unternehmen Budgets, Investitionen und Personalplanung für das Folgejahr festgelegt. Prioritäten, die danach formuliert werden, finden keine Mittel mehr vor.

2. Die Gleichzeitigkeit

Insolvenzdruck, Fachkräftemangel und KI wirken zusammen, nicht nacheinander. Jeder Monat ohne Priorisierung verteilt Ressourcen nach Gewohnheit statt nach Wirkung. Das ist eine Einschätzung, keine Messung: Die Kosten einer vertagten Entscheidung sind selten sichtbar, summieren sich aber.

3. Die Organisation

Laut BCG gehören 70 % des Aufwands bei KI-Vorhaben zu Menschen, Organisation und Prozessen, nur 20 % zur Technik und 10 % zu Algorithmen. Wer KI in Marketing und Vertrieb einsetzt, verändert Rollen und Verantwortlichkeiten. Das sind Führungsentscheidungen, und sie sollten fallen, bevor Stellen besetzt, Agenturen beauftragt oder Systeme gekauft werden.

Von klaren Prioritäten zu konkreten Maßnahmen

Strategische Klarheit entsteht nicht in Einzelgesprächen zwischen zwei Terminen, sondern in einem geschützten Rahmen mit klarer Dramaturgie. Dafür haben wir den P8 Strategy Day entwickelt: ein moderierter Strategietag mit Geschäftsführung und zentralen Führungskräften, acht Stunden, inklusive Vor- und Nachbereitung.

Er führt in sechs Schritten von der Vorbereitung über Zielsetzung, Status quo und Schwerpunkte zur Strategie-Skizze und Roadmap. Am Abend liegen strategische Prioritäten für die nächsten 12 bis 24 Monate, bewertete Wachstums- und Effizienzpotenziale, eine klare KI-Einordnung und ein Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten vor – dokumentiert als Zielbild.

Entscheidend ist, dass Strategie und Umsetzung zusammenbleiben. Bei P8 arbeiten dieselben Köpfe an beidem, in Marketing, Kommunikation und KI. So ist von Beginn an mitgedacht, wie aus Entscheidungen konkrete Maßnahmen werden.

P8 Marketing Geschäftsführer Markus Bischof

Markus Bischof

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