Die Insolvenzzahlen zeigen, wie lange die Schwächephase schon andauert. Laut KSV1870 mussten 2025 in Österreich 6.810 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind 19 pro Tag und rund 27 % mehr als 2023 mit 5.380 Fällen. Für 2026 rechnet der KSV mit einem ähnlichen Niveau. Bemerkenswert ist weniger die Spitze als die Breite: Zwei Drittel der befragten Betriebe berichten von rückläufigen oder stagnierenden Umsätzen. Der Anteil der Unternehmen in den beiden besten Bonitätsklassen ist seit 2019 von 15,4 % auf knapp 12,6 % gesunken. Der KSV beschreibt das als schleichendes Abgleiten ins Mittelmaß.
Dazu kommt der Arbeitsmarkt. Das Fachkräfteradar 2026 der WKÖ, für das im April 2026 insgesamt 2.132 Unternehmen befragt wurden, zeigt: 78 % der Betriebe sind vom Fachkräftemangel betroffen, rund 155.000 Fachkräftestellen sind offen. Die Folgen sind nach Angaben der Betriebe messbar: 56 % berichten von Umsatzeinbußen, 48 % von eingeschränkter Innovationsfähigkeit.
Daraus folgt eine unbequeme Rechnung. Wenn Umsätze stagnieren, Personal knapp bleibt und das Kostenniveau hoch ist, lässt sich nicht mehr überall ein bisschen verbessern. Es muss entschieden werden, wo Ressourcen hinfließen und wo nicht. Das ist die Kernaufgabe von Strategie, und sie gehört der Geschäftsführung, nicht dem Tagesgeschäft.
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