Strategisches Marketing - Interview mit Geschäftsführer Markus Bischof

Marketing wird oft nur als operative Tätigkeit wahrgenommen, doch hat Marketing vielmehr auch eine strategische Bedeutung. Wir haben Markus Bischof, Geschäftsführer bei P8 Marketing, im Rahmen eines Interviews gefragt, was „gutes“ Marketing ausmacht, welche Rolle Agenturen dabei spielen und haben außerdem mit ihm über das Thema Strategisches Marketing gesprochen.

 

David Packard, der Gründer von Hewlett-Packard, soll einmal gesagt haben: „Marketing is too important to be left to the marketing department”. Stimmen Sie dieser Aussage zu?

Die Aussage von David Packard ist generell korrekt, doch man sollte sie richtig interpretieren. Es geht nicht darum Marketingabteilungen ihre Fähigkeiten abzusprechen. Es gilt aufzuzeigen, dass Marketing oder besser gesagt strategisches Marketing auch eine Führungsaufgabe und damit eine Verantwortung des Managements ist, und man diese eben nicht auf die Marketingabteilung „abschieben“ bzw. begrenzen kann.

 

Strategisches Marketing – was bedeutet das genau?

Strategisches Marketing kennzeichnet im Gegensatz zum operativen Marketing die langfristig orientierte, gesamtheitliche Marketingkonzeption eines Unternehmens. Es beschreibt die Schritte, mit denen die getroffenen Unternehmensziele auch wirklich erreicht werden können, oder einfacher gesagt: Mit welchen Produkten möchte man langfristig am Markt erfolgreich sein? Gibt es für diese einen relevanten Markt? Welchen Nutzen müssen die Produkte erfüllen? Wo differenzieren sich die Produkte vom Mitbewerb? Welchen Preis sind Käufer bereit zu zahlen und wie kann man sie motivieren das Produkt zu kaufen? Das Strategische Marketing ist der marktorientierte Teil eines übergreifenden Strategischen Managements.

 

Was macht “gutes” Marketing aus bzw. was ist Ihr Verständnis davon?

Die einfache Antwort ist: Gutes Marketing verkauft Produkte und Dienstleistungen und ist somit zentral für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Sehen wir Marketing aus der kommunikativen Brille und lassen die Bereiche Preis, Produkt und Absatz einmal außen vor, zeichnet sich gutes Marketing vor allem dadurch aus, dass es die Bedürfnisse und das Verhalten seiner Zielgruppen kennt und berücksichtigt. Der US-Unternehmensberater Simon Sinek fasst dies wie folgt zusammen: „Good Marketing talks about the buyer. Bad marketing talks about the seller.“ Ich kann die folgenden 3:06 Minuten nur empfehlen. Sie zeigen, womit sich sehr gute Marketer beschäftigen müssen: Video 

 

Wofür benötigt es Agenturen? Können Unternehmen Agenturaufgaben nicht selbst übernehmen, ganz einfach in ihrer Marketingabteilung?

Grundsätzlich gibt es keinen Grund, warum eine Marketingabteilung nicht auch die Aufgaben einer Agentur erledigen könnte. Neben der Ressourcenfragen bestehen aus meiner Sicht drei Vorteile, die dennoch für die Zusammenarbeit mit einer Agentur sprechen:

 

1) Agenturen liefern Strategie und kreieren Ideen

Kernaufgabe einer Agentur ist es, Kunden strategisch und kreativ zu begleiten, denn darauf sind Agenturen mit ihrer gesamten Organisation ausgeleg. Sie kennen die notwendigen Prozesse und verfügen meist über einen riesigen Erfahrungsschatz, was ein gutes Konzept, eine gute Strategie bzw. eine gute Idee ausmacht. Zudem bringen sie eine Cross-Kunden, Cross-Branchen und Cross-Technik Sicht mit. Was meine ich damit: Agenturen tauchen in unzählige Unternehmen und Geschäftsmodelle ein und bringen diese Erfahrungen in neue, innovative und kreative Ideen und Konzepte ein. Sie bringen den Blick von außen ein.

 

2) Agenturen bieten Netzwerk

Agenturen arbeiten tagtäglich an ihrem Netzwerk hin zu Medien, Organisationen und Kooperationspartnern. Dies ist ein zentraler Mehrwert, den sich Unternehmen in der Zusammenarbeit mit der richtigen Agentur ganz automatisch „erkaufen“.

 

3) Agenturen schaffen Flexibilität

Marketingabteilungen sind „meist“, sowohl hinsichtlich Struktur und wie auch Größe, auf ihre laufenden, operativen Aufgaben ausgelegt. Der Aufbau von Fachkompetenzen ist teilweise nicht wirtschaftlich bzw. fehlt das institutionelle Umfeld dafür. Agenturen können hier mit ihren Ressourcen und Fachexperten nicht nur aushelfen, sie sind auch der optimale Sparringpartner für Unternehmen, um aus guten Projekten und Ideen die Besten zu machen.

 

Was raten Sie Unternehmen? Worauf sollten diese achten?

Marketing hat viel mit Psychologie zu tun, es dreht sich alles um die Bedürfnisse des Kunden. Es geht darum, alle Maßnahmen auf die bestehenden Märkte anzupassen, denn der Markt ist meistens gegeben und lässt sich nur in den seltensten Fällen ändern.

Je besser also das Wissen über Märkte, Kundenverhalten und Bedürfnisse der Zielgruppen ist, desto erfolgreicher werden Unternehmen in Zukunft sein. Dieses Wissen ist überall vorhanden, sowohl in den Kundendatenbanken der Unternehmen, wie auch im Netz. Überall werden Kundeninformationen gesammelt. Man muss nur wissen, wie man sie segmentiert und daraus einen Nutzen zieht. Big Data wird die Herausforderung der Zukunft sei  und wird die Entwicklung vieler Unternehmen entscheidend beeinflussen. Es ist höchste Zeit, sich um dieses Thema zu kümmern. Die Großen im Netz, wie Amazon und Booking.com, nutzen dieses Wissen bereits seit „vorgestern“.

Markus Bischof, Geschäftsführer P8 Marketing GmbH

Markus Bischof ist seit 2003 bei P8 Marketing tätig und hat das Unternehmen seither maßgeblich geprägt. Als kreatives Mastermind steckt er hinter allen Konzeptionen und Kommunikationsstrategien der Agentur.

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